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Palmöl Problematik- Kein Palmöl in Ayumis Garden

Heute geht es ums Palmöl. Oder vielmehr ums Palmöl Problem.

Es ist günstig, gut erhältlich und das meistverwendete Öl in Lebensmitteln und Kosmetika. Es steckt in Margarine, Eiscreme, Hautcreme, Seifen, Schokoriegeln, Tütensuppen, Kerzen, Waschmittel, Keksen, Duschmitteln, Eyeliner, Bio Sprit und und und- irgendwie ist das Zeug überall.

Es hat auch viele, wirklich praktische Eigenschaften. Es ist wahnsinnig vielseitig einsetzbar, sehr ertragreich und bietet hohe Gewinnspannen.

Warum nur meide ich also dieses Öl in meinen Produkten wie der Teufel das Weihwasser?

Die Palmöl Problematik ist riesig und sehr umfassend, wie du gleich lesen kannst. Palmöl ist sehr billig und weltweit heiss begehrt. Zu begehrt. Die Nachfrage nach Palmöl hat sich in den letzten 20 Jahren vervierfacht! Kurz gesagt- der Regenwald stirbt, weil wir billige Konsumgüter wollen. Wollen wir das wirklich?

Woher kommt das Palmöl?

Ja, Schlaumeiers, aus der Palme. Genau genommen aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme (Elaeis guineensis). Aus ihren Kernen wird das Palmkernöl hergestellt.

Die Ölpalmen wachsen bekanntermassen im tropischen Klima. Malaysia und Indonesien sind die grössten Palmöl Produzenten weltweit.Im April war ich in Malaysia und sah mit eigenen Augen die riesigen Palmen Plantagen. Kein schöner Anblick kann ich euch sagen. In Monokulturen fehlt das Leben. Indonesien hat bereits zwei Drittel seiner Regenwälder zerstört. Südamerika ist auch fleissig dabei. Auch in Nigeria, Kamerun und Thailand wird Palmöl produziert.

Tiere und Pflanzen sterben- die Artenvielfalt weicht der Monokultur

So schlimm? Palmen sind doch hübsch, magst du einwenden.Wenn du dir aber bewusst machst, dass die endlosen, öden Palmenplantagen da stehen, wo vorher Regenwald war, ist klar, wie verheerend die Lage ist. Die Abholzung von tropischen Wäldern vernichtet eine unfassbare Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Orang Utan, Tiger, Nashorn, Elefanten- sie alle und viele Tausend mehr werden ihrer Lebensgrundlage beraubt und vom Aussterben bedroht.

Waran

 

Der Lebensraum der Tiere und Pflanzen wird nachhaltig ruiniert, die Böden werden mit Pestiziden vergiftet. Die Biodiversität wird drastisch reduziert. Wasserschutzgebiete werden zerstört.

Indonesien hatte einen der artenreichsten Regenwälder überhaupt- viel ist nicht mehr übrig davon. Alles was bleibt ist fetter Gewinn für die fetten Konzerne. Und natürlich lohnt es sich für die Regierungen, welche die Konzessionen vergeben. Alles nach dem beliebten Motto: money first. Und nach uns die Sinnflut.

Wenn die Böden nach einigen Jahren nicht mehr genug Ertrag abwerfen, werden neue Flächen erschlossen. Die alten werden einfach aufgegeben, dort wächst lange nichts mehr.

Damit nicht genug.

Was haben die Ureinwohner damit zu tun?

Auch die Menschen leiden. Ureinwohner und Kleinbauern werden gewaltsam vertrieben und verjagt von ihrem angestammten Land. Ihre Lebensgrundlage wird zerstört. Zahlreiche Menschenrechtskonflikte stehen in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Die Versprechungen der Konzerne, Schulen zu bauen, faire Arbeitsbedingungen etc. werden fast nie eingehalten.

Die Einheimischen profitieren kaum vom boomenden Palmöl Business.

Arbeiter werden oft zur Arbeit gezwungen, darunter viele Kinder. Die eingesetzten Herbizide sind bei uns verboten und vergiften jährlich Tausende Plantagenarbeiter. Viele illegale Einwanderer werden beschäftigt oder vielmehr ausgenutzt.Die Arbeit ist gefährlich, schlecht bezahlt und sehr ungesund.

Das Klima

Durch die Regenwald Abholzung werden riesige Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. So erwärmt sich das Klima mehr und mehr. Gerne werden die bewaldeten Flächen auch abgefackelt. Die Luftverschmutzung durch die brennenden Wälder ist enorm.

Da die Böden, vor allem in Indonesien sehr torfhaltig sind, entzündet sich der ausgedörrte Torfboden von selbst immer wieder, schwelt unterirdisch und verpestet monatelang die Luft. Riesige Mengen an Kohlendioxid werden freigesetzt und die globale Erwärmung befeuert. Indonesien gehört allein aus diesem Grund zu den weltweit grössten Treibhausgas Produzenten, gleich nach den USA und China.

Ausserdem: die Absetzbecken der Palmölraffinerien geben extreme Mengen an Methan ab. Methan hat eine 34-mal stärkere Treibhauswirksamkeit als Kohlendioxid.

Gesundheit

Palmöl ist auch noch ungesund. Jedenfalls das raffinierte. Seine gesättigten Fettsäuren gelten als Dickmacher und Verursacher von Herzkrankheiten.Die enthaltenen Fettsäureester sind als krebserregend eingestuft.

Das raffinierte Palmöl hat sehr hohe Schadstoffbelastungen. Wird aber gerne für Säuglingsnahrung genommen. Ist ja billig. Die allseits beliebten Schoko- Nuss Brotaufstriche sind übrigens auch voll mit Palmöl. Es gibt jedoch Alternativen ohne Palmöl für den, der sie sucht.

Und was ist mit Bio und nachhaltig produziertem Palmöl?

Vergiss es. Okay, es mag einige, kleine Kooperativen geben, welche sozial und nachhaltig produzieren. Allerdings sind dies sehr, sehr wenige. Die riesige Nachfrage, allein im Bio Bereich, kann damit unmöglich gedeckt werden.

Das allermeiste Palmöl, egal wie zertifiziert, entspricht in keiner Weise den Kriterien von Nachhaltigkeit und Bio. Es geht meist nur darum, dem Palmöl einen besseren Ruf zu verleihen und sodann munter weiter zu roden, zu vertreiben und vor allem- zu profitieren.

Bei meinen Recherchen fiel mir auf, dass fast alle grossen Konzerne in der Schweiz nachhaltig produziertes Palmöl verwenden. Soso. So steht es jedenfalls in ihren Werbeinfos. Sehr beliebt das Siegel RSPO. Aber leider…..

Das weitverbreitete RSPO Siegel ( Round Table on Sustainable Palm Oil) kannst du in der Pfeife rauchen. Die Standards sind extrem niedrig und werden nicht kontrolliert. Eigentlich kann jeder das Siegel erlangen. Nicht umsonst wird es von zahlreichen Menschen- und Umweltschutzorganisationen abgelehnt.

Leider ist das „grüne“ Palmöl meistens eine Lüge. Greenwashing- um die sensiblen Konsumenten zu beruhigen.

Zahlreiche Umweltschutzorganisationen arbeiten mit Hochdruck an der Förderung von nachhaltig produziertem Palmöl. Die Nachfrage steigt enorm aber es gibt viele Hindernisse und Probleme die es zu lösen gilt. Bisher sind nur  rund 0,1% des weltweit erzeugten Palmöls aus biologischen Anbau. Und selbst dort werden die sozialen Probleme nicht zwingend beachtet. Das wäre ja dann wieder fairtrade.

Kein Palmöl- Ayumis garden

 

Palmölfrei

Darum meide ich Palmöl, wo ich kann. Das ist, wie du dir ja denken kannst, nicht ganz einfach. Es komplett zu vermeiden ist wohl unmöglich. Es ist auch kein böses Öl an sich. Aber die gewaltigen Mengen sind das Problem.

2013 verbrauchten wir Erdlinge 55 Millionen Palmöl!

Wenn du es meiden willst, musst du es erst mal finden. Es versteckt sich unter vielen Namen: Palmfett, Palm, Palmate, Palmitate, Palmkernöl, Pflanzliches Fett, vegetatives Fett, Isopropyl Palmitate etc.

Eine vollständige Liste der Namen  findest du auf :

http://www.umweltblick.de/index.php/deklarationen-palmoel/55-deklarationen-von-palmoel

In Ayumis Garden gibt es kein Palmöl

In meinen Produkten findest du kein Palmöl. Der günstige Preis kann nicht das Argument sein. Palmöl macht die Seifen schön hart und gibt Schaum. Das geht aber auch mit anderen Ölen. Gerade bei Seifen ist das Palmöl gut ersetzbar und es gibt wirklich keinen Grund weiterhin Palmöl in Naturseifen zu versenken.

Garten Seife von Ayumis Garden

 

Wie hältst du es mit dem Palmöl?

Ist dir das Problem bewusst?

Oder egal?

Ich freu mich über jeden Kommentar!

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Willkommen in Ayumis Garden. In Ayumis Garden teilen ich meine Liebe zum Naturgarten und meine Leidenschaft für Naturseifen. Auf meiner Terrasse gärtnere ich wild, biologisch,naturnah und mit speziellem Fokus auf die Insektenwelt. Schmetterlinge,Bienen und andere Insekten machen einen Garten erst lebendig. Das Naturseifen sieden ist mein anderer,kreativer Ausgleich.Das Kreieren der Seifen macht mir immer wieder Freude. Im Shop kannst du Naturseifen aus Ayumis garden bestellen. Jetzt hoffe ich du findest Inspiration für mehr Grün im Leben!

3 Kommentare

  1. Almuth sagt

    Geht mir genauso ! Wenn ich Kekse kaufen will und auf die Inhaltsstoffe gucke, gibts kaum eine Sorte, wo das Zeug nicht drin ist. Unglaublich !! Jetzt können wir wohl auch noch selber backen…wenn man sonst keine Hobbies hat…seufz. Das Gemüse bestelle ich mir dann bei dir aus dem Hochbeet 🙂

  2. Ja, seltsamerweise ist das Thema immer noch nicht richtig bewusst.Und eben auch so verdammt schwierig umzusetzen selbst wenn man eigentlich Bescheid weiss.ich bekam zum Beispiel einen Riesenschreck als ich mir die Zutaten meiner allerliebsten Schweizer Kekse durchlas. Palmöl an vorderster Front…buhuuu.und ich esse die Dinger seit meiner Kindheit! Tonnen hab ich wohl davon vertilgt. Dass sie superlecker sind brauch ich wohl nicht zu erwähnen😥
    Und Bio ist leider auch nicht mehr was einst die Idee war😫Geld fressen Seele auf. Daher-was immer gut ist:Selbermachen.Für Gemüseanbau werd ich mir wohl noch ein Hochbeet auf die Terrasse holen 🌱😊✌🏼

  3. Almuth sagt

    Danke für diesen sehr informativen Artikel !! Ich möchte auch keine Produkte mit Palmöl kaufen, aber wie du schreibst, daß wird langsam zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen ! Ich bin auch erstaunt, daß zunehmend Hersteller von Bioprodukten auf Palmöl zurückgreifen. Tja, hauptsache „Billig“, nur zu welchen Kosten für Umwelt und Natur ?!!! Wenn ich das Thema in meinem Bekanntenkreis anspreche, sind viele erstaunt und sagen, daß sie sich damit noch nicht beschäftigt hätten. Und das sind durchaus Leute, die sehr gesundheitsbewußt leben. Mich wundert, daß das Thema noch nicht bekannter ist ! Schön, daß du Naturseifen ohne Palmöl herstellst 🙂

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